Abstract
Titel der Dissertation: Architektur und Simulation; Animation als manipulierbares
Darstellungswerkzeug in der Architektur. (Volker Sassmannshausen)
F•r die Darstellung architektonischer Entw•rfe findet die Animation immer
h•ufigere Anwendung. Aus dem CAD-Modell kann, entsprechend der Vielzahl an
Bearbeitungsstufen, innerhalb des Produktionsweges eine erhebliche
Informationsvielfalt erzeugt werden. Diese findet keine direkte Abh•ngigkeit im
CAD-Datensatz. Entsprechend der Annahme, da§ sich eine gewisse Zielsetzung durch
verschiedene Bearbeitungsstufen verwirklichen l•§t, wurden die hierf•r
gesammelten 100 Architekturanimationen analysiert. Die Untersuchung unterteilt
diese Zielsetzungen in drei Gruppen: Nutzer-, Objekt- und Planungsorientiert. Erstere
beinhaltet die vom realen Nutzer wahrgenommenen Eindr•cke, die zweite stellt
haupts•chlich die Erzeugung von Objektinformationen in den Mittelpunkt der
Darstellung. Die Planungsorientierung verwendet, als dritte, die Konzeption des
Objekts auch f•r die Gestaltung des Architekturanimationsvideos.
Untersuchungsablauf:
1. Die notwendigen Grundlagen wurden im Hinblick auf den gesamten
Produktionsweg erarbeitet.
2. Auf der Basis der Bearbeitungsstufen erfolgte eine Erstellung der Kriterienliste.
3. Zur Aufzeichnung der (zeitbasierten) Werte wurde eine Partitur entwickelt, in
der grafisch die Merkmalsauspr•gungen und •ver•nderungen der
Architekturanimationsvideos notiert werden konnten.
4. Aus den ermittelten Werten entwickelte sich eine Gesamttabelle. (13500 Werte)
5. Die Besonderheiten der einzelnen Arbeiten wurden kommentiert.
6. Die Auswertung der gesammelten Daten (und Kommentare).
7. Anschlie§ende Diskussion.
8. Die Schlu§betrachtung und Aussicht.
Der Anteil der nutzerorientierten Arbeiten kann als sehr gering eingestuft werden; als
objektorientiert kann der Gro§teil der untersuchten Architekturanimationen gelten.
Neben den verschiedenen Anteilen zur Herstellung einer Visualisierung des CAD-
Modells wurden auch die gestalterischen und filmischen Anteile untersucht.
Die festgestellte Bandbreite der Architekturanimationen sowie die unterschiedlichen
Zielsetzungen, erfordern eine klare Unterscheidung der Arbeiten. Wird die
Ausrichtung (bzw. die Orientierung) einer Architekturanimation nicht klar
angegeben, sind die Darstellungen nicht als Entscheidungsgrundlage vertretbar. Die
Untersuchung mit ihrer umfassenden Kriterienbestimmung dient so auch als
Beurteilungsgrundlage von zuk•nftigen Architekturanimationen.
TU Berlin, FB 8 Architektur Berlin, 1998